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Ölmalerei

Die Ölmalerei ist die künstlerische Malerei mit Ölfarben und gilt als die bekannteste und renommierteste Kunsttechnik innerhalb der Gattung der Malerei. Die Ölmalerei war in Europa seit dem 13. Jahrhundert bekannt und löste in den folgenden Jahrhunderten mehr und mehr die bis dato dominante Temperamalerei ab. Im vorderasiatischen Raum sind jedoch schon Spuren der Ölmalerei aus dem 7. Jahrhundert gefunden worden. Einer der bedeutendsten Pioniere auf dem Gebiet der Ölmalerei war der niederländische Maler Jan van Eyck, der in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aktiv war. Ebenfalls von großer Bedeutung war das sogenannte Straßburger Manifest, ein anonymes Handbuch für Maltechnik aus dem 15. Jahrhundert. Es gilt als ältester schriftlicher Beleg für die Kenntnis der Ölmalerei in Europa. Bis ins 16. Jahrhundert hinein malten viele Künstler parallel mit Öl und Tempera oder mischten die Stile sogar in einzelnen Werken. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelten sich die Ölfarben aufgrund zahlreicher Zusätze und der industriellen Produktionsweise ständig weiter. Trotz vieler neuartiger Bindemittel bevorzugten moderne Maler bis heute klassische Ölfarben, da diese in ihrer Farbwirkung und flexiblen Handhabung unerreicht bleiben.

Die Malmittel bei der Ölmalerei sind entweder Balsam-Terpentinöl, Harzfirnis oder ein pflanzliches Öl wie etwa Leinöl oder Mohnöl. Als Verdünnungsmittel dient in der Regel Terpentin. Die klassische Ölmalerei erfolgte in Schichten nach der Regel „fett auf mager“. Außerdem kam der Ölmalerei auch das Prinzip der Trennung von Form und Farbe zugute. Der Künstler konnte die Formen als Risszeichnung mit Tempera oder Tusche vorzeichnen und trug dann in mehreren Schichten zunächst die Helligkeitstöne und schließlich die farbgebenden Schichten mit Ölfarbe auf. Das erlaubte ein sehr individuelles Spiel mit den einzelnen Farbschichten und führte bei den großen Meistern zu völlig einzigartigen Farbstrukturen, der sogenannten Pinselhandschrift. Manche Künstler fertigten ihre Werke aus mehr als 150 einzelnen Schichten. Mit dem Aufkommen der Tubenmalfarben entwickelte sich die Primamalerei. Hier wurden die Farben gleich auf die letztliche Stelle aufgetragen und auf eine Malerei in Schichten verzichtet. Vor allem Anfänger der Ölmalerei bevorzugen diese einfache, jedoch viel Übung erfordernde Technik. Eine weitere bedeutende, jedoch im Impressionismus verdrängte Technik bildet die Mischtechnik. Hierbei wurde in die noch feuchte Ölfarbe mit Temperafarben hineingemalt. Vor allem die niederländischen Barockmaler erzeugten so beeindruckende Glanzeffekte.

Einer der größten Vorteile der Ölmalerei ist, dass die Farben stundenlang oder bei entsprechender Auswahl oder Anwendungsart tagelang vermalbar bleiben und nach dem Trocknen ihre satte Farbwirkung behalten. Allerdings verändern Ölgemälde beim Altern ihr Aussehen infolge chemischer Prozesse oder physikalischer Einflüsse. Dies führt unter ungünstigen Umständen zum Vergilben sowie zu Rissbildungen und anderen Alterserscheinungen. Deswegen werden matt gewordene oder getrübte Gemälde zur Wiedererlangung der Tiefe und Leuchtkraft der Farben mit hellen Harzfirnissen überzogen.

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