Bildguß
Bildguß oder auch Kunstguß bezeichnet die Erstellung einer Kopie eines plastischen Kunstwerks durch das Eingießen von Flüssigmetall in eine Negativform der Plastik. Dabei unterscheidet man verschiedene Varianten und Techniken. Im Herdguß werden einseitig plastische Gegenstände hergestellt, indem das Metall direkt in eine offene Gußform eingegossen wird. Ein Modell ist nicht nötig.
Im Wachsausschmelzverfahren hingegen wird zunächst ein Modell aus Wachs geformt und mit brennfestem Material wie Gips oder Keramik umformt. Ist der Formmantel fest, wird das Wachsmodell ausgeschmolzen und somit zerstört. In einer Abwandlung bleibt das Modell im Innern der Skulptur erhalten und wird nur mit einer Metallschicht überzogen.
Eine andere Methode wird "Verlorene Form" genannt. Hier bleibt das Modell erhalten, da der Mantel zunächst in mehreren Teilen davon entfernt wird. Die Schalenteile werden dann wieder zusammengefügt und ausgegossen. Die Form wird dabei jedoch zerschlagen. Eine Variante davon ist das Sandformverfahren. Dabei dient flexibler Sand als Formmantel, in den nach Entfernen des Modells die flüssige Metallmasse durch Kanäle einfließt.
Bei den meisten Bildgüssen wird die Modellskulptur aus Ton, Wachs oder Gips gefertigt und stellt oft nicht das eigentliche Kunstwerk dar, sondern nur das Vorbild für die endgültige Figur aus Bronze, Eisen, Kupfer, Zinn oder auch Aluminium. Für die Hülle wird heute neben Gips und Keramik auch Silikon oder Latex verwendet.
Das Wachsausschmelzverfahren ist bereits seit mindestens 6000 Jahren bekannt und diente zur Herstellung früher Kunst- und Gebrauchsgegenstände. In Deutschland und Frankreich blühte vor allem die Bronzegußkunst im 19. Jahrhundert auf, da viele monumentale Skulpturen mit dieser Technik hergestellt wurden. Weil der Bildguß ein sehr aufwändiges und teures Verfahren ist, waren und sind Erzgießer ähnlich respektiert wie der eigentliche Künstler. Es existieren jedoch nur noch sehr wenige Meister dieses Faches.
