Bleistift
Ein Bleistift ist eine meist in Holz eingefaßte Schreibmine, bestehend aus einer Mischung aus hochplastischem Ton und Graphit, die vor allem beim Schreiben und Zeichnen benutzt wird. Je nach Mischungsverhältnis unterscheidet man weiche (bis zu 90% Graphit) und harte Bleistifte (maximal 20% Graphit). Als Umfassung wird meist Zedernholz, manchmal auch Metall oder Kunststoff verwendet.
Der Name Bleistift enstammt der bis ins 18. Jahrhundert währenden irrigen Annahme, daß Graphit eigentlich Bleierz sei. Zwar nutzten die Hochkulturen schon in der Antike tatsächlich Schreibgeräte aus Blei, die sich jedoch als umständlich anwendbar und zudem gesundheitsschädigend herausstellten.
Der erste Graphitstift ist aus der Mitte des 18. Jahrhunderts aus England bezeugt. In den 1790er Jahren experimentierten Joseph Hardtmuth in Wien und Nicolas Jacques Conté in Paris unabhängig voneinander mit dem rohen Graphit und schufen so durch Beimischen von Ton den Bleistift mit seinen verschiedenen Härtegraden, wie wir ihn heute kennen.
In Europa unterscheidet man bis zu 20 Stärkegrade, die in bestimmten Teilbereichen der Kunst Verwendung finden. Weiche Bleistifte eignen sich eher für Zeichnungen, sehr harte hingegen werden in der Lithographie und Xylographie eingesetzt. Der Vorteil von Bleistiften als künstlerisches Werkzeug liegt vor allem in der Möglichkeit, sehr feine Linien zu zeichnen, aber auch in seiner Lichtechtheit und relativen Wischfestigkeit. Außerdem lassen sich Bleistiftzeichnungen mit einem Radiergummi einfach korrigieren.
Vor allem für die klassizistischen Portraits und in den Landschaftszeichnungen der Romantik war der Bleistift von besonderer Bedeutung. Prinzipiell wurde er auch in der Malerei oft und viel für Skizzen und Vorzeichnungen eingesetzt. Die wichtigsten Bleistiftzeichner des 19. Jahrhunderts waren Jean Auguste Dominique Ingres und Adolph Friedrich Erdmann von Menzel. Letzterer galt als geradezu manischer Zeichner, von dem über 6000 Bleistiftzeichnungen überliefert sind.
