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Druckgrafik

Der Begriff Grafik umfasst im Allgemeinen alle künstlerischen oder technischen Zeichnungen und deren manuelle drucktechnische Vervielfältigung. Spezifisch schließt die Grafik nur die künstlerische Druckgrafik ein, die in der bildenden Kunst angewandt wird. Mit der Originalgrafik ist die Absicht eigenständig und unabhängig von Vorlagen druckgrafische Techniken zu nutzen, gemeint, um sich künstlerisch auszudrücken.

Seit Anfang des 15. Jahrhunderts haben sich viele verschiedene druckgrafische Verfahren in der Kunst entwickelt, die sich in folgende Gruppen untergliedern lassen:

Die fortschreitende Entwicklung der Technik ermöglicht es den Künstlern auch mit neuen Verfahren wie dem Thermosublimationsdruck oder dem Tintendruck zu arbeiten.

Druckt ein Künstler sein Werk so erhält er einen so genannten Grafikabzug, der sich durch einige Merkmale und Begrifflichkeiten auszeichnet, die im Folgenden genannt werden:

Original: Ein Original wird im Druck nicht der Eigenschaft der Einmaligkeit zugeordnet, sondern jeder druckgrafische Abzug wird als solches anerkannt, egal wie oft dieser vervielfältigt wird. Die Einmaligkeit beschreibt hier die Gedanken, Ideen und Vorstellungen des Künstlers, die sich nur durch die drucktechnischen Möglichkeiten verwirklichen lassen.

Reproduktion: Grafisch reproduziert wird dann, wenn die Herstellung eines Werkes nach einem fertigen künstlerischen Vorbild geschieht. Ein autonomes Kunstwerk (z. B. Gemälde, Zeichnung) wird hier mechanisch in eine druckgrafische Technik übertragen.

Abzug und Auflage: Das durch den Prozess des Druckes entstehende, einzelne Blatt heißt Abzug, während die Gesamtzahl aller Abzüge als Auflage bezeichnet wird. Der Künstler bestimmt selbst wie hoch dessen Auflage wird. Der Abzug ist umso wertvoller, je niedriger die jeweilige Auflage ausfällt.

Unterschrift: Die per Hand und meist mit Bleistift geschriebene Unterschrift des jeweiligen Künstlers unter dessen Werk beweist, dass eine Original-Druckgrafik vorliegt, bei der der Künstler selbst die Druckform erarbeitet hat. Diese wurde von ihm oder einem Drucker vervielfacht.

Nummerierung: Die Drucke einer Auflage werden der Reihenfolge nach durchnummeriert. Die Nummerierung findet man im Normalfall in der unteren linken Ecke eines Abzugs. Ist eine Druckgrafik beispielsweise mit der Kennzeichnung 30/100 versehen, handelt es sich um den 30. Druck einer Auflage von 100 Exemplaren.

Eigendruck und Fremddruck: Es kann sich bei einem Abzug sowohl um einen Eigendruck als auch um einen Fremddruck handeln. Druckt ein Künstler seine Werke nicht selbst, so lässt er die Arbeit von einem hoch qualifizierten Handwerker, einem so genannten Drucker, vornehmen, der oft auch bekannt gemacht wird. Ein Meisterdrucker arbeitet in höchster technischer Vollkommenheit. Picasso und Marc Chagall nahmen beispielsweise die Hilfe des Ateliers Desjobert in Anspruch.

Die Unterscheidung von Drucken erfolgt vor und außerhalb der Auflage:

Zustandsdruck: Der Zustandsdruck bezeichnet einen Abzug des Druckträgers. Dieser erfolgt während des Arbeitsprozesses, um einen Zwischenstand wiedergeben zu können. Hierbei wird eine Veränderung der Arbeit vorausgesetzt. Zustandsdrucke sind häufig sehr begehrt, da es sich meist um Unikate handelt.

Probedruck: Als Probedruck werden Abzüge des endgültigen Zustands eines Druckträgers bezeichnet, die vor der Auflage angefertigt werden. Diese Drucke dienen dem Künstler als Vorlage für die Qualität der gesamten Auflage und werden oft mit P/A gekennzeichnet.

Zuschussabzüge: Um notfalls einen Ersatz für fehlerhaft angefertigte Abzüge zu haben, werden zusätzlich zur Auflage weitere Blätter gedruckt.

Variante: Sie spielt in der farbigen Grafik eine Rolle. Fügt man zu einer ursprünglich dreifarbigen Lithographie eine vierte Farbe hinzu, so spricht man von einer Variante.

Vorzugsdruck: Vorzugsdrucke sind Exemplare, die auf besonders ausgewähltes Papier gedruckt werden, für das der Künstler in der eigentlichen Auflage keine Verwendung gefunden hat. Diese Werke sind in der Regel römisch nummeriert.

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