Feder
Eine Feder im künstlerischen Sinne meint eine Schreib- oder Zeichenfeder, mit der Tinte auf Papier, Pappe, Pergament oder Stoff aufgetragen werden kann. Ursprünglich wurden dafür Federkiele von Vogelfedern verwendet – so erklärt sich auch die Namensherkunft. Zur besseren Handhabung wurden gespitzte Kiele in einen Federhalter eingefügt. Je nach Zuschnitt und Federart konnten so Linien bestimmter Breite gezeichnet werden. Der Hohlraum des Kiels nahm dabei die Tinte auf und gab sie allmählich wieder auf dem Schreibuntergrund ab. In manchen Kulturen wurde auch Bambus- oder Schilfrohr benutzt.
Mit der Erfindung der Stahlfeder durch den Aachener Johannes Janssen im Jahre 1748 war es möglich, eine Vielzahl von Modifikationen an der Federspitze vorzunehmen und die Federn allgemein mit verbesserter Handhabung zu versehen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann die industrielle Fertigung von Schreibfedern in Deutschland. Heute haben andere Stiftformen die Feder als Schreibgerät abgelöst, doch im Kunstmetier ist sie weiterhin ein übliches Utensil.
Je nach Kunstform und Intention des Künstlers können verschiedenste Federarten bestimmte Effekte hervorbringen. In der Kalligraphie beispielsweise kommen Bandzugfedern zum Einsatz, die unterschiedliche Strichstärken abhängig vom Winkel des Federansatzes in Bezug auf die Schreibrichtung ermöglichen. Für das Schreiben von Musiknoten wird die spezielle Notenfeder verwendet.
