Fotografie
Die Fotografie ist ein optisches Verfahren, mit dem ein Bild analog auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und gespeichert wird oder in digitale Daten umgewandelt und auf einem Datenträger gespeichert wird. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Worten „photos“ (Licht) und „grafein“ (zeichnen, schreiben) zusammen und wurde erstmals 1839 vom Astronomen Johann Heinrich von Mädler verwendet.
Eine Fotografie entsteht mit Hilfe einer technischen Apparatur, also einer Fotokamera. Dieses verfügt über ein Objektiv, welches das vom zu fotografierenden Objekt reflektierte Licht auf eine lichtempfindliche Schicht – etwa einen Film oder einen Bildsensor – wirft. Bei der analogen Fotografie besteht diese Schicht aus einer Dispersion mit Silberhalogeniden, bei der digitalen Fotografie übernehmen Chips diese Aufgabe. Anschließend wird der Film durch ein chemisches Verfahren entwickelt und es werden ausbelichtete Abzüge auf speziellem Fotopapier hergestellt. Im digitalen Verfahren können die Bilder am Computer bearbeitet und bei Bedarf ausgedruckt werden.
Der ideengeschichtliche Vorläufer der Fotokamera ist die mittelalterliche „camera obscura“ (= dunkle Kammer). Astronomen nutzten eine völlig verdunkelte Kammer, in die ein kleines Loch eingelassen war, zur Sternenbeobachtung. Durch das Loch fiel das Licht eines sehr begrenzten Teils des Sternenhimmels und projektierte sich auf eine Fläche. Bereits im 18. Jahrhundert experimentierten Chemiker dann mit lichtempfindlichen Stoffen, ehe es 1826 erstmals gelang, ein Abbild der Realität durch ein solches Verfahren auf Papier zu bannen. Der Franzose Joseph Nicéphore Nièpce entwickelte mit dem Heliografie-Verfahren die weltweit erste Fotografietechnik und von ihm stammt auch die älteste bekannte Fotografie der Welt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Technik verfeinert und erlaubte nach der Erfindung des Positiv-Negativ-Verfahrens auch mehrfache Abzüge einer einzigen Aufnahme. Im 20. Jahrhundert revolutionierte die Erfindung des Rollfilms die Fotografie und machte sie mobil und handlich. Seit den 1970er Jahren existiert die Digitalfotografie, die die Aufnahmen nochmals einfacher und letztlich auch weniger kostenaufwändig machte.
Im künstlerischen Bereich eröffnete die Fotografie völlig neue Arten der Darstellung und des Ausdrucks. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera und das technisch unterstützte Spiel mit Licht, Farben und Perspektiven ermöglichten die Abbildung von Realitäten, die nach dem Wunsch des Künstlers modifiziert waren. Obwohl die Fotografie bereits im 19. Jahrhundert künstlerisch eingesetzt wurde, dauerte es bis in die 1920er Jahre, ehe sie als eigenständige Kunstform akzeptiert wurde, wie zahlreiche Ausstellungen von Weltrang belegen. Dennoch ist die Fotografie aufgrund ihrer prinzipiellen Einfachheit auch als Gebrauchskunst sowie für eine Reihe von semi- oder nicht-künstlerischen Einsatzfeldern von Bedeutung.
