Gips
Gips bezeichnet ein häufig auftretendes Mineral aus der Klasse der Sulfate. Die chemische Bezeichnung ist Calciumsulfat. Außerdem wird der Begriff Gips auch für das bergmännisch abbaubare Gipsgestein verwendet, das als häufigster Rohstoff für die industrielle Nutzung dient. Dieses vor allem in Italien zu Tage geförderte Gipsgestein wird auch als Alabaster bezeichnet.
Gips ist massig bis körnig, manchmal auch feinfaserig. Es ist zumeist weiß oder farblos, als Alabaster jedoch auch gelb, rot oder grau. Eine besondere natürliche Kristallform ist das tafelige Marienglas oder auch Fraueneis. Gips gibt es auf der ganzen Welt und sogar auf dem Mars. In Deutschland kommt es unter anderem in Schwaben und im Harz vor. Früher wurde Gips in Stollen oder Steinbrüchen abgebaut und in Gipsbrennereien weiterverarbeitet. Heute fällt Gips bei einer Vielzahl von chemischen Prozessen als Nebenprodukt ab und kann entsprechend weiterverwendet werden.
Bereits in der Jungsteinzeit wurde Gips als Baumaterial verwendet. In Kleinasien und später auch in Ägypten und Griechenland ist Gips als Baumörtel sowie als Material für Ornamente und lichtduchlässige Scheiben nachgewiesen worden. Im antiken Rom hingegen bevorzugte man den dauerhafteren Kalk und nutzte Gips nur für Innenraumornamente. Erst im 11. Jahrhundert kam dem Material in Europa wieder mehr Bedeutung zu. Nachdem es zunächst hauptsächlich als Fugenmittel verwendet wurde, entstanden ab dem 17. Jahrhundert auch aufwändige Stuckarbeiten aus Gips. Heute findet Gips im Bauwesen, in der Medizin sowie bei zahlreichen Alltagsgegenständen (zum Beispiel Malkreide) häufige Anwendung.
In der Kunst spielte Gips schon sehr lange im Bereich der Skulpturerstellung eine Rolle. Es wird auch häufig zur Erstellung von Bozetti verwendet, also den plastischen Modellen von künftigen Skulpturen. Des Weiteren wird gebrannter Gips als Streckmittel für Malfarben oder als Grundierung in der Tafelmalerei benutzt.
