Gouachemalerei
Die Malerei mit deckenden Wasserfarben (Gouachefarben) im Gegensatz zur Aquarellmalerei wurde schon im alten Ägypten angewandt und ist auch in Europa bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt und vorwiegend durch Buchmalereien, aber auch Kulissen- und Dekorationsmalerei aus dieser Zeit belegt. Im 15. Jahrhundert verwendeten berühmte Künstler wie Tizian, Raffael und Albrecht Dürer die Gouachetechnik für Studien und Entwürfe oder untermalten auf diese Weise ihre Ölbilder. Im 18. Und 19. Jahrhundert machten Maler wie Francois Boucher, Adolph von Menzel, Max Liebermann oder Max Slevogt diese Technik erneut populär, ehe sie in der Moderne durch Henri Matisse, Marc Chagall, Paul Wunderlich und Otto Müller erneut aufgegriffen wurde.
Das wesentliche Element bei der Gouachemalerei ist die Deckkraft der Farben und ihre pastosen Eigenschaften, also die Lichtundurchkässigkeit und die starke Deckkraft, die durch den Zusatz von Kreide und Gummi Arabicum zu den Pigmenten erreicht wird. In der Regel wurde der Malgrund zunächst mit einer dunklen Schicht grundiert und dann Deckweiß aufgetragen, um den höchstmöglichen Helligkeitsgrad für die Modellierung der Figuren zu erreichen. Die mehrfache und dicke Schichtung sorgte unter anderem dafür, dass die mittelalterlichen Buchillustrationen noch heute hervorragend erhalten sind.
