Kalligraphie
Die Kalligraphie bezeichnet die Kunst des Schönschreibens (von altgriechisch: „kallos“, auf deutsch „schön“ und „graphia“, dem „Schreiben“) und der kunstvollen und ausschweifenden Gestaltung von Schriftstücken.
Früher wurden Bücher noch von Kalligraphen geschrieben, deren so genannte „Copisti“ ihre Schriftstücke vervielfältigten. In klösterlichen Palastschreibschulen, Kanzleien und Skriptorien wurden durch monatelange Feinarbeit Bibeln kunstvoll illustriert. Auch Psalter und wissenschaftliche Werke waren Teil der damaligen Schriftkultur.
Für die Kunst des Schönschreibens benutzen die Kalligraphen bis heute die gleichen Schreibwerkzeuge und Materialien: Utensilien wie zum Beispiel Bambusfedern, Federkiele, Pinsel, Stifte und Füllfederhalter dienen der besonderen Ausarbeitung und Verzierung der Buchstaben. Diese werden vor allen Dingen auf Pergament, Papyrus und Papier aufgetragen. Zu damaligen Zeiten rein pflanzliche - heute industriell - hergestellte Tuschen, Tinten und Temperafarben verkörpern die benötigten Schreibflüssigkeiten für ein typisch kalligraphisches Ergebnis.
Im Laufe der Geschichte entwickelten sich die unterschiedlichsten Schriftarten: Die „Textura“ stammt beispielsweise aus Westeuropa und ist die am stärksten weiterentwickelte Hauptbuchschrift der gotischen Episode. Sie zählt zu den gebrochenen Schriften. Eine weitere gotische Schriftart ist die „Rotunda“ (auch „spanische Rundgotische“ genannt), deren Schriftbild weniger gedrängt und infolgedessen leichter zu lesen ist. Während die „Antiqua“ den Ursprung der klassischen Druckbuchstaben darstellt, bestimmt die „Kanzleischrift“ den der kursiven Druckbuchstaben. Beide zählen jedoch zu den humanistischen Schriften. Auch die persische und arabische Kalligraphie sind als schriftliche Darstellungsart zu nennen.
