Leinwand
Die Leinwand ist eine der meistgebrauchten Malunterlagen. Sie besteht aus einem Leinengewebe, das in einen Keil- oder Tragerahmen gespannt ist. Leinwände eignen sich für die verschiedensten Maltechniken, etwa die Öl- oder Acrylmalerei, da der Trägerstoff die Farben gut und schnell aufnimmt. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Flexibilität. Eine Leinwand kann schnell und einfach transportiert sowie auf- und abgebaut werden. Sie ist zusammenrollbar, wiegt und kostet wenig, ist dafür jedoch auch nicht so stabil und kann reißen oder die Malschicht brechen lassen.
Leinwände wurden bereits in der Renaissance als Maluntergründe verwendet. Zunächst wurden natürliche Materialien zur Herstellung benutzt. In Europa waren Leinwände vorrangig aus robustem Hanf, das mit einem Hammer flachgeschlagen und mehrfach geleimt wurde. Dazwischen wurden die einzelnen Schichten mehrmals abgeschliffen, um eine möglichst glatte Oberfläche zu produzieren. Im Zuge der Industrialisierung hielt auch in diesem Bereich die maschinell leichter zu verarbeitende Baumwolle Einzug. In der modernen Kunst benutzt man zwar auch synthetische Leinwände, viele Künstler verwenden aber nach wie vor traditionelle natürliche Materialien und setzen dabei die Struktur einer Leinwand aus Hanf bewusst zur künstlerischen Gestaltung ein. Neben der Herstellung der Leinwände als solche erfordert auch die richtige Bespannung der Rahmen gewisses handwerkliches Geschick, denn die Leinwand darf weder überspannt werden noch darf die Spannung unregelmäßig sein, da sonst der Farbverlauf und das fertige Bild beeinflusst werden.
Der erste Schritt beim Malen auf Leinwand besteht in der Grundierung. Die Wahl des Farbtons und des Materials ist hierbei oft für die Wirkung des gesamten Bildes entscheidend. Rembrandt etwa wählte oft eine dunkelbraune Grundierung, die seine Bilder sehr warm wirken ließen. Rubens andererseits bevorzugte helle Hintergründe. Danach folgt häufig der Auftrag einer sogenannten Isolierung. Diese reguliert das Saugverhalten der Leinwand und hat gestalterische Gründe. Eine Isolierung mit blassen Streifen zum Beispiel kann einer Malfläche erste Einteilungen oder Bereiche zuordnen. Sowohl bei der Grundierung als auch der nun folgenden künstlerischen Bearbeitung der Leinwand sollte stets beachtet werden, dass die jeweils bindemittelreicheren Schichten auf die bindemittelärmeren Schichten aufgetragen werden, da sonst Schichten abperlen könnten oder das Bild reißt.
