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Malerei

Die Malerei ist eine Gattung der Bildenden Kunst und bezeichnet den Vorgang des Auftragens von Farben auf einen Maluntergrund mit einer künstlerischen Absicht. Die geläufigste Form ist die Malerei mit Hilfe eines Pinsels auf eine Wand oder Leinwand. Es gibt jedoch auch Techniken, die sich anderer Malwerkzeuge bedienen oder die auf verschiedenste Untergründe erfolgen, etwa auf Glas, Ton oder Keramik. Für die technische Betrachtung des Malvorganges sind drei Komponenten entscheidend: Farbe, Bindemittel und Malgrund. Bei der Malerei auf Leinwand ist die Vermischung der Pigmente mit einem Bindemittel wie Öl oder Tempera entscheidend. Bei Wandmalereien kommt es hingegen vor allem auf die Beschaffenheit des Untergrundes an. Generell gibt es eine Vielzahl von Maltechniken und Modifikationen, die den reinen Tätigkeitsbegriff der Malerei mit allerlei Bedeutung zu füllen vermögen.

Ihren Anfang nahm die Malerei bereits in der Eiszeit, als prähistorische Menschen Tierdarstellungen mit natürlichen Farben an Höhlenwände malten. Felsmalereien gab es weltweit unabhängig voneinander und dies lässt den Schluss zu, dass der Wille zur ästhetischen Darstellung seiner Umwelt tief im Menschen verankert ist. In der Antike war Malerei eine gängige Form der Gestaltung im weltlichen wie im sakralen Sinne. Es lassen sich Beispiele für Fresken, die der Verschönerung eines Herrscherpalastes dienten, ebenso finden wie Malereien an Sarkophagen und in Totenbüchern. In der römischen Antike erlebte die Wandmalerei einen ersten Höhepunkt und zahlreiche Zeugnisse dieser Epoche sind noch heute erhalten geblieben.

Im Mittelalter trat neben der meist religiös geprägten Wandmalerei verstärkt die Tafelmalerei auf, also die Malerei auf einen eigenständigen Maluntergrund wie Holz oder später die Leinwand. Von großer Bedeutung war auch die Buchmalerei, die diese Kunstgattung gewissermaßen mobil machte und die auch im medienhistorischen Zusammenhang eine beträchtliche Rolle spielte. Die Renaissance brachte die nächste Hochphase der Malerei. Zahlreiche weltberühmte Kunstwerke entstanden in jener Zeit, die durch technische Neuerungen wie die Ölmalerei, aber auch theoretische Reflexion sowie inhaltliche und perspektivische Weiterentwicklung geprägt war. Die Wissenschaft der Anatomie rückte beispielsweise den Menschen und seine realistische Darstellung ins Zentrum der Bildschöpfung. Im 15. Jahrhundert entstanden so die ersten Portraits sowie das weltweit erste Selbstportrait, jenes von Albrecht Dürer. Den größten Einfluss auf die Bildende Kunst bis zum heutigen Tag hatten aber zweifelsohne die italienischen Künstler der Hochrenaissance, namentlich Leonardo da Vinci, Michelangelo, Tizian und Raffael. Im Barock entwickelte sich die Malerei weiter und gedieh durch neue Ansätze und Ideen, etwa von den holländischen Malern Vermeer, Rubens und Rembrandt.

Die moderne Malerei entwickelte sich unter dem Einfluss der technologischen Konkurrenz aus Foto und Film in ganz unterschiedliche Richtungen weiter und weist zahlreiche Strömungen und Besonderheiten auf, die je nach historischer Entwicklung und Nationalität variieren. Ohne auf die einzelnen Richtungen im 19. Und 20. Jahrhundert näher eingehen zu wollen, lässt sich sagen, dass die Entwicklung der Kunst allgemein und der Malerei im Besonderen von einer konzeptuellen Grenzenlosigkeit und Freiheit geprägt ist, die sich mit der Aufwertung des Individuums sowie dem Wegfall staatlicher, ständischer und klerikaler Autorität und einer gesamtgesellschaftlichen Offenheit erklären lässt.

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