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Marmor

Marmor (aus dem altgriech.: mármaros, von: marmairein – „glänzen, schimmern“) ist ein Carbonatgestein, das durch metamorphe Umwandlung von Kalkstein infolge hoher Temperatur durch hohen Druck entsteht. Mineralogisch ist von Marmor die Rede, wenn das Gestein mindestens 50 Volumenprozent Calcit, Dolomit und/oder Aragonit enthält. Marmor gibt es je nach Art und Umfang natürlicher stofflicher Beimengungen in unterschiedlichen Farben und mit verschiedenen Kristallgrößen. Am bekanntesten und begehrtesten ist der weiße Marmor, denn er ist feinkristallin, hat eine ästhetische Marmorisierung im Dekor und ist zudem lichtduchlässig, was zu einem Schimmern führt. Doch auch schwarzer oder rötlicher Marmor findet bauliche Verwendung.
 

Marmor wird in Europa seit fast 3000 Jahren abgebaut und diente bereits in der griechischen Antike als wichtiges Baumaterial und künstlerischer Werkstoff. Die bedeutendsten europäischen Abbaugebiete sind die italienische Region Massa-Carrara; Drama, Kavala und Thasos in Griechenland sowie diverse Regionen in Frankreich, Deutschland, Portugal und der Türkei. Noch immer wird Marmor im Wesentlichen durch Sägen geschnitten und nicht wie herkömmlicher Kalkstein gesprengt, da das Material sonst zuviel Schaden nehmen würde. Auch aufgrund der aufwändigen Gewinnung ist das Gestein so begehrt und teuer.
 

Kunsthistorisch betrachtet ist Marmor einer der faszinierendsten und wichtigsten Werkstoffe der Architektur und Bildhauerei, auch wenn die Bezeichnung nicht immer petrographisch korrekt verwendet wird. So wurden und werden oft auch andere Kalksteine und polierte Granite fälschlicherweise als Marmore bezeichnet. Nichtdestotrotz ist Marmor seit der Antike der Stoff großer Kunst- und Bauwerke gewesen. Die Akropolis, der Pergamonaltar und die Venus von Milo bestehen aus griechischem Marmor, eine Reihe von Statuen aus dem Römischen Reich aus italienischem. Michelangelos berühmter David ist aus Carreramarmor erschaffen, ebenso wie viele weitere Kunstwerke der Renaissance. Auch in der heutigen Zeit dient Marmor sowohl in künstlerischem Zusammenhang wie auch bei der Herstellung von Alltagsgegenständen. Besonders im Mittelmeerraum sind Sitzbänke, Waschbecken, aber auch Fußböden aus Marmor keine Seltenheit, obwohl das Material schnell Abnutzungsspuren aufweisen kann und zudem sehr säureempfindlich ist. Für die Bildhauerei ist Marmor aus ästhetischen und kulturhistorischen Gründen nach wie vor eines der am häufigsten verwendeten Werkstoffe.

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