Objektkunst
Die Objektkunst ist eine Kunstform, in der ein oder mehrere Alltagsgegenstände oder natürliche Fundobjekte zum Kunstwerk erklärt werden. Dabei können die Objekte auch bearbeitet oder verfremdet worden sein, wobei die Verfremdung oft durch das Herausreißen des Gegenstandes aus seinem gewohnten Kontext entsteht. Die Kombination mehrerer Gegenstände wird auch Assemblage genannt.
Ihren Ursprung hat die Objektkunst in den Collagen und Montagen des Kubismus und Dadaismus sowie zum Teil auch im russischen Konstruktivismus. Ihren ersten Höhepunkt erlebte die Objektkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den surrealistischen „objets trouvés“ des französischen Künstlers Marcel Duchamp, dessen Werke oft „ready-mades“ waren, also ohne Bearbeitung der Gegenstände gefertigt wurden. In den 60er Jahren erfuhr die Objektkunst eine weitere Ausdehnung. In den sogenannten „Environments“ steigerte sich die Erfahrung des Betrachters dadurch, daß nun der Raum und die Umgebung mit in das Kunstwerk einbezogen wurden. Bekannte Beispiele dafür sind die Rauminstallationen von Joseph Beuys oder die Verhüllungen Christos.
Zu den bekanntesten Objektkünstlern gehören unter anderem Arman, Daniel Spoerri und Jean Tinguely. Letzterer war vor allem für seine metallenen Maschinenplastiken berühmt. Die Objektkunst war und ist oft Ausdrucksform für persiflierende und gesellschaftskritische Kunstwerke. Edward Kienholz etwa thematisierte mit seinen Environments die US-amerikanische Rassendiskriminierung und den Vietnamkrieg.
