Offsetdruck
Als Offsetdruck (engl.: to set off – absetzten) bezeichnet man ein Flachdruckverfahren, bei dem die Farbe nicht direkt auf das zu bedruckende Material aufgebracht wird, sondern zunächst über eine zusätzliche, beschichtete Walze läuft. Das Offsetverfahren ist eine Weiterentwicklung der Lithographie aus dem 19. Jahrhundert, bei dem die Druckformen jedoch aus Zink oder Aluminium bestehen. Die Anfänge des Offsetdruckes gehen auf den Amerikaner Ira W. Rubel und den Deutschen Caspar Herrmann zurück, die Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig voneinander dieses Verfahren entwickelten. Bereits 1907 entstand in Leipzig die erste Offsetdruckmaschine.
Beim Offsetdruck werden die Farbe und ein wasserbasiertes Feuchtmittel über eine zylinderförmige Walze geleitet, die als Druckplatte die Motive enthält. Die Walze zieht dabei das Öl der Farbe an und stößt das Wasser ab, so daß die Farben letztlich das Motiv wiedergeben können. Im nächsten Schritt überträgt die Druckplatte das Bild auf die Offsetwalze, einen mit Gummi überzogenen Zylinder, der es erlaubt, auch harte Materialien zu bedrucken. Von dieser Walze wird das Motiv dann auf das zu bedruckende Material übertragen. Die Herstellung der Druckplatte (Reproduktion) geschieht heute meist direkt vom Computer, wobei eine einzige Platte oft für mehr als 100.000 Drucke ausreicht. Deswegen wird das Offsetverfahren auch bei auflagenstarken Druckerzeugnissen wie Zeitungen und Zeitschriften eingesetzt. Der Vorteil des Offsetdruckes liegt vor allem in der Druckqualität. Anders als bei Hoch- oder Tiefdrucken zeigen Offsetprodukte keine Schattierungen oder Prägungen auf der Rückseite und keine gequetschten Ränder.
In den letzten Jahrzehnten ist das Verfahren in mehrfacher Hinsicht weiterentwickelt worden. Es gibt mittlerweile auch den wasserlosen Offset, der noch mehr Qualität bringt, dabei weniger kostet und auch umweltverträglicher ist. Weitere Varianten sind der UV-Druck bei zu bedruckenden Kunststoffoberflächen und der digitale Offsetdruck, der mit Tonern arbeitet.
