Pinsel
Ein Pinsel ist allgemein ein Werkzeug zum zielgenauen Auftragen von Farbe auf einen Werkstoff. In der Kunst haben Pinsel naturgemäß vor allem in der Malerei eine hohe Bedeutung. Spezielle Pinsel werden außerdem im Bereich der Kosmetik oder auch in Reinigungsverfahren eingesetzt.
Grundsätzlich bestehen Pinsel aus einem Griff und dem Haar, die durch eine Zwinge miteinander verbunden sind. Die Dicke, Dichte und Beschaffenheit des Haares bestimmt die Maleigenschaften des Pinsels. In der künstlerischen Malerei werden zumeist Tierhaare verwendet, etwa Rindsohrenhaare, Marder- und Dachshaar oder ganz ausgefallen aus dem Haar sibirischer Eichhörnchen.
Historisch betrachtet kommt die Pinselmalerei aus dem asiatischen Raum. Bereits im 6. Jahrhundert entstand in China unter der Tang-Dynastie eine besondere Form der Kalligraphie, die später von Japan adaptiert wurde und sich in beiden Nationen zu einem wichtigen Kulturbestandteil entwickelte. In Europa wurde diese Mischform aus Malerei und Zeichnung vor allem im 20. Jahrhundert nochmals belebt. Obwohl die meisten Pinsel für den Malereibedarf heute industriell gefertigt werden, existieren immer noch einige wenige, die das Handwerk des Pinselmachers ausführen. Vor allem hochqualitative Pinsel für besondere Kunstansprüche werden auf diese traditionelle Weise gefertigt.
In Deutschland ist die Region um Nürnberg und Fürth, allen voran das Städtchen Bechhofen, das Zentrum der Pinselmacherei. Seit dem 18. Jahrhundert wurden hier Pinsel gefertigt und noch heute finden sich hier einige derartig spezialisierte Betriebe. Außerdem steht in Bechhofen das „Deutsche Pinsel- und Bürstenmuseum“.
