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Terrakotta

Terrakotta (oder auch Terracotta; von ital.: terra cotta = gebrannte Erde) ist die Bezeichnung für gebrannten, unglasierten Ton, wie er seit dem Altertum für Gebrauchsgegenstände und Kunstobjekte benutzt wird. Charakteristisch ist der warme, erdige Farbton, der je nach verwendeter Tonsorte ins gelbliche oder rötliche geht.

Da das Material oft vorkommt und leicht zu verarbeiten ist, gehört Terrakotta zu den ältesten und meistgebrauchtesten Werkstoffen der Kulturgeschichte. Bereits aus prähistorischer Zeit läßt sich eine Verwendung nachweisen. Spätestens aber in der Antike war Terrakotta das bestimmende Material für Statuetten, Kleinplastiken und auch Sarkophage. Entsprechende Nachweise gibt es aus Europa, Afrika und Indien sowie aus Ostasien. Das berühmteste Beispiel ist wohl die Terrakotta-Armee im Mausoleum des chinesischen Kaisers Qin Shihuangdis. In Griechenland und Italien wurde es auch bei Gebäuden eingesetzt. Charakteristisch waren verzierte und bemalte Dachziegel, Friesen oder Reliefziegel aus Terrakotta.

Im 15. Jahrhundert wurde der Werkstoff von einigen Künstlern der Renaissance wieder aufgegriffen. Donatello etwa schuf bedeutende Werke aus bemalter Terrakotta. Ein erneutes Aufleben erfuhr das Material im 19. Jahrhundert. Aufgrund seiner leichten Verfügbarkeit und Verarbeitung eignete es sich beispielsweise auch für die Architektur. Der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel etwa verwendete Terrakotta für viele seiner Arbeiten, nicht zuletzt auch für die berühmte Bauakademie in Berlin. Heute ist Terrakotta längst ein alltägliches Material für Fassaden, Fliesen und Gegenstände des Haushalts wie Vasen oder Töpfe.

Terrakotta ist gut haltbar, wasserfest und widerstandsfähig gegenüber Kälte und Frost. Dabei werden zum Brand nur relativ niedrige Temperaturen um die 1000 Grad Celsius benötigt.

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