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Tuschemalerei

Tuschemalerei bezeichnet das Malen mit einfarbiger Tusche – also gut haftender Tinte – auf Papier oder Seide und ist eine spezielle Form der Malerei mit meist wasserlöslichen Farben. Die Tuschemalerei als monochrome Form der Aquarellmalerei hat besondere Bedeutung im Fernen Osten, wo sie bereits seit fast 2000 Jahren eine große Tradition aufweist.

Im Korea, Japan und China der Antike verzichtete man komplett auf farbige Tinten und nutzte lediglich schwarze Tusche aus Fichtenruß und tierischen Gallerten als Leim, um die Tusche besser haftend zu machen. Nicht selten wurden weitere Zusatzstoffe beigemengt, etwa um die Tusche wohlriechend zu machen. Die Tusche wurde gepresst und als handlicher Stein benutzt, der erst unmittelbar vor der Anwendung mit Wasser oder Wein angerieben wurde. Zum Schreiben verwendete man runde Kalligraphie-Pinsel und weißes Papier. Reine Kalligraphie sieht das kunstvolle Schreiben von Schriftzeichen vor, wohingegen asiatische Tuschemalerei vorrangig die Darstellung von Natur- und Landschaftsmotiven meint. Dabei saugt das weiße Papier die schwarze Tusche teilweise auf und erzeugt so besondere Effekte – im Gegensatz zur westlichen Aquarellmalerei. Die fernöstliche Tuschemalerei ist eng mit spirituellen Ansätzen verbunden und diente nicht allein der Erschaffung von Werken, sondern auch der philosophischen Beschäftigung mit sich selbst und der Welt. Der japanische Zen-Buddhismus, der die Konzentration auf das Wesentliche lehrt, hat diese Kunstform auch aufgrund ihrer bescheidenen und klaren Mittel adaptiert. Außerdem waren reich verzierte und edel beschaffene Utensilien wie Pinsel oder Tuschkästen geradezu Statussymbole der entsprechenden asiatischen Gesellschaften.

In der westlichen Welt erreichte die Tuschemalerei nie diesen Status. Pinselzeichnungen dienten häufig als Skizzen oder Entwürfe für Ölmalereien und hielten erst in der Moderne durch ostasiatische Einflüsse ein gewisses eigenständiges Gewicht. In Europa bevorzugten viele Künstler farbige Aquarelle, die rein technisch betrachtet der Tuschemalerei nicht unähnlich sind, jedoch mit der traditionellen asiatischen Form des monochromen Malens wenig zu tun haben. In Europa wurden auch nicht nur Pinsel, sondern auch Federkiele oder Zahnstocher zum Malen verwendet. Die Tuschemalerei spielt aufgrund ihrer Einfachheit eine erhebliche Rolle in der Laienkunst und in der Kunsterziehung im schulischen und privaten Bereich.

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