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Vaseline

Vaseline ist ein salbenartiges Gemisch aus flüssigen und festen kristallinen Kohlenwasserstoffen, das eher zufällig als Abfallprodukt der Erdölgewinnung entdeckt wurde. Der US-amerikanische Chemiker Robert Chesebrough untersuchte derartige Rückstände und konnte daraus 1870 erstmals reine Vaseline extrahieren, die er zunächst Petroleumgallert nannte und später unter dem Namen Vaseline patentieren ließ, weil er die ersten Proben angeblich in Blumenvasen seiner Frau aufbewahrt hatte. Die Ölarbeiter hatten Chesebrough seinerzeit darauf hingewiesen, dass der schmierige Stoff zwar die Arbeit behindere, aber wohltuend auf Wunden war. Vaseline wird auch heute noch vorrangig als Hautschutz verwendet, da es eine Verdunstung der natürlichen Hautfeuchte verhindert und so rissigen Händen oder spröden Lippen vorbeugt. Es findet aber auch als Gleitmittel in der Medizin und im sexuellen Bereich Anwendung. In der Industrie eignet sich Vaseline gut als Schmierstoff und Korrosionsschutz. Auch in der Pflege von Gegenständen aus Leder wird es verwendet.

In der Kunst ist Vaseline eng mit dem streitbaren US-amerikanischen Medienkünstler Matthew Barney verknüpft, der im Zuge seiner stets nach Andersartigkeit bestrebten Kunst auch den eigentlich für die Modellage ungeeigneten Stoff einsetzte, um daraus Figuren herzustellen. Vaseline spielt auch eine zentrale Rolle in Barneys Kunstfilmen. Der Künstler beabsichtigte damit auch, zu zeigen, „wie man kreativ bleibt, indem man nicht in Formen erstarrt, sondern sie ständig wieder verflüssigt“. Dazu eignete sich zum Beispiel Vaseline, in anderen Fällen aber auch flüssiges Blei.

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