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Wachsbildnerei

Die Wachsbildnerei oder auch Ceroplastik bezeichnet die Kunst, durch Bossieren oder Gießen Gegenstände aus Wachs zu erzeugen. Die wohl bekanntesten Erzeugnisse jener Technik sind Wachsfiguren, die vor allem im 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Unterhaltungsmöglichkeiten zählten und in den sogenannten Wachsfigurenkabinetten ausgestellt wurden. Noch heute existieren viele dieser Kabinette, teils mit Hunderten von Figuren meist prominenter Persönlichkeiten, die sich nur durch Wachs wirklich lebensecht nachbilden lassen.
Die Ceroplastik ist jedoch schon seit der Antike bekannt, nur sind aufgrund der eingeschränkten Haltbarkeit des Materials erst Werke aus der Renaissance erhalten geblieben. Dazu zählen vor allem kleinere Figuren und Portraitmedaillons sowie bemalte Kopfplastiken. Spirituelle Rituale zählten zu den Hauptverwendungsanlässen für Wachsbildnisse. Schon die alten Römer fertigten Totenmasken aus Wachs an. Im europäischen Mittelalter waren Weihebeigaben und Nachbildungen von Verstorbenen aus Wachs gefertigt. Ein weiteres bedeutendes Verwendungsfeld für Wachsbildnisse war die Anfertigung von Bozzetti, also den plastischen Modellentwürfen für Plastiken und Figuren.
Beim Bossieren, also dem Formen und Schnitzen eines Wachsbildnisses, wird ein spezielles Künstlerwachs verwendet, dass aus reinem Wachs, Terpentin, etwas Öl oder Fett sowie rotem Farbstoff besteht. Letzteres wird beigefügt, um der bei der Bearbeitung hinderlichen Durchsichtigkeit entgegenzuwirken. Bei einigen Wachsabgussverfahren wird aber auch Schieferweiß oder Grünspan für andere Farbgebungen verwendet. Heutzutage benutzt man zunehmend synthetische Wachse wie Paraffin oder Ceresin statt des traditionellen Bienenwachses.

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