Wachsmalerei
Bei der Technik der Wachsmalerei benutzt man Wachs als Bindemittel für die Farben oder als Überzug über das fertige Bild. Unterschieden wird es von der Enkaustik, die das Einschmelzen des Wachses in eine Bildfläche mittels Hitzezufuhr meint. Diese Form des Auftrags erwärmten Wachses wurde in der Antike häufig gebraucht und von Antonio Velasco im 18. Jahrhundert wiederentdeckt. Bei den Malereien im Königsbau zu München Mitte des 19. Jahrhunderts verwendete man statt des üblichen Firnisses ein Gemisch aus Wachs, Harz und Terpentinöl als Überzug über die Farben. Nach einigen kunsthistorischen Veröffentlichungen, die die Verwendung von Wachs schon bei den alten Meistern nachgewiesen haben wollten, fand die Malerei mit dem Zusatz von Wachs als Bindemittel noch einige Male Anwendung, etwa bei den Wandgemälden des Hohenstaufensaales der Neuen Residenz in München oder bei den Malereien des Malers Eichhorn in Berlin.
Die fälschlicherweise synonym benutzte Technik der Enkaustik hingegen erfreute sich auch in der Moderne hoher Beliebtheit. Bereits in der Antike brannten Künstler kalte Farben mit Hilfe heißer Spachtel in den Malgrund, um so der Unvergänglichkeit ihrer Werke Ausdruck zu verleihen. Trotz der Bemühungen der Renaissancekünstler und modernen Analysemethoden sind die beeindruckende antike Technik und die Zusammensetzung des legendären Punischen Wachses jedoch nicht mehr zu rekonstruieren. Im 20. Jahrhundert erfuhr die Enkaustik dennoch ein Wiederaufblühen, da elektrisch geheizte Malgeräte die Technik wesentlich unkomplizierter machten. International bedeutende Künstler wie Jasper Johns, Fernando Leal Audirac, Christine Hahn, Robert Geveke, Martin Assig oder Norimichi Akagi gehören zu den Hauptschaffenden der modernen Enkaustik.
