Intagliotypie

Die Intagliotypie ist eine moderne, umweltfreundliche und besonders gesundheitsverträgliche Form des Tiefdrucks und ermöglicht das Anfertigen von Radierungen ohne Säuren und Lösungsmittel. In der Regel werden nur Essig, Öl und leichte Laugen verwendet. Besonders in der Kunstpädagogik ist die Intagliotypie daher äußerst beliebt.

Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist die Möglichkeit, auch digitale Motive auf eine Druckplatte zu übertragen. Dazu muss das Motiv zunächst auf einem transparenten Material – etwa Zeichenfolie – vorliegen. Eine Druckplatte aus Metall oder Kunststoff wird mit einem Fotopolymerfilm laminiert.

Mit Hilfe von UV-Licht wird dieses Motiv dann auf diesen Fotopolymerfilm belichtet, wobei die transparenten Bereiche des Ausgangsbildes den Film an diesen Stellen erhärten lassen. Mit einer Entwicklerlauge läßt sich der abgedeckte Bereich des Filmes herauswaschen, so daß nach dem Trocknen des Films jene Vertiefungen entstehen, in denen beim Druck dann die Farbe gehalten wird.

Nach dem Abwaschen mit Essig und Wasser und einer Trocknung können die mit dem Fotopolymerfilm bespannten Druckplatten bearbeitet oder verwendet werden, ohne daß ätzende Chemikalien eingesetzt werden müssen, wie es im herkömmlichen Radierungsverfahren üblich war. Üblicherweise werden die Platten mit Tiefdruckfarben auf Öl- oder Wasserbasis eingefärbt. Je nach Motiv und Belichtungsgrad können von einer einzigen Druckplatte bis zu 70 Drucke auf gewässertes Tiefdruckpapier gemacht werden.